Nach Paulus gibt es Errettung und Befreiung von dem Bösen und der Sünde nur durch die Auferweckung von Jesus Christus. So schreibt er im 1. Korintherbrief (15,14.20.22): „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erster unter den Entschlafenen (Verstorbenen). … Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht.“
Adam steht für den Menschen allgemein. Von dem Alten Testament, der Geschichte vom Fall in die Sünde und den Propheten lernen wie, was Paulus am Anfang des Römerbriefes ausführt. Es gibt keinen Menschen, der nicht von Gott, seinem Ursprung, entfremdet wäre, der nicht gegen Gott, gegen andere Menschen und gegen die Ordnungen der Schöpfung gesündigt hat. Es gibt sehr viele Ausprägungen dieser Sünde, von Lüge, Stolz, Egoismus, Leben auf Kosten bis hin zur Zerstörung der Schöpfung. Sie alle haben ihren Grund in der Verleugnung und Missachtung Gottes, der unser Schöpfer ist und uns zur Liebe geschaffen hat.
Diese Sünde ist uns allerdings normalerweise verstellt, uneinsichtig, ja unzugänglich, denn wir wehren uns mit allen guten Gründen gegen solche Zumutung, vor Gott Sünder zu sein. Deshalb wird unsere Sünde erst dadurch annehmbar und für uns in ihrer Schärfe erkennbar, wenn wir die Vergebung durch Jesus Christus erfahren.
Das meint Paulus, wenn er sagt, wäre Christus nicht auferweckt, wäre unser Glaube vergeblich, denn in Adam sterben alle und in Christus werden alle lebendig gemacht. Erst, wenn ich lebendig gemacht werde durch die Auferweckung Jesu Christi, erst wenn ich mich dadurch als Befreiter und Geheilter Sünder erkenne, dann kann ich auch für mich anerkennen, wie sehr ich in der Mach der Sünde gefangen war, so wie der Psalm 51 sagt: „Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. … An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.“
Dieses Anerkennen meiner Sünde befreit. Denn ich kann nur anerkennen, was ich vor Gott bin, wenn er mich davon befreit. Also hat das Bekennen etwas Befreiendes und Heilendes, denn die Sünden, die ich bekannt habe, von denen bin ich erstmal geheilt.
Meister Eckart sagt dazu: „Je mehr der Mensch gefehlt hat, desto mehr Ursache hat er, sich mit ungeteilter Liebe an Gott zu binden, bei dem es keine Sünde gibt… Und je schwerer man selbst in der Sünde steckt, um so bereiter ist Gott, die Sünde zu vergeben, zur Seele zu kommen und die Sünde zu vertreiben.“ „Ja wer recht in den Willen Gottes versetzt wäre, der sollte nicht wollen, dass die Sünde, in die er gefallen, nicht geschehen wäre. Freilich nicht im Hinblick darauf, dass sie gegen Gott gerichtet war, sondern sofern du dadurch zu größerer Liebe gebunden und … gedemütigt wirst.“

Ich finde wieder einen Platz, wo ich ungestört und ohne Ablenkungen sitzen kann. Vielleicht möchte ich ein Vaterunser sprechen. Wenn ich das tue, achte ich besonders auf den Satz: „Und vergib uns unsere Schuld (Sünde), wie auch wir vergeben unseren Schuldigern (die an uns schuldig geworden sind).“
Ich schließe für eine Zeit die Augen. Ich lasse meine Gedanken und Bilder vorbeiziehen. Ich halte mich an keinem Bild, keinem Gedanken fest. Dazu hilft mir der Atem. Immer wieder lenke ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem. Beim Ausatmen werde ich leer und empfangsbereit. Beim Einatmen nehme ich das Leben in mich auf.
Wenn ich möchte, kann ich wieder meinen Atem mit diesem Wort verbinden.
Beim Ausatmen sage ich innerlich: *Jesus Christus*
Beim Einatmen sage ich innerlich: *erbarme dich*
Das probieren wir so lange wir wollen.

Wir können schließen mit einem Gebet:
Barmherziger Gott, du erfüllst mich mit Freude über deine Vergebung.
Du heilst meine Schuld und vergibst meine Sünde, die ich vor dir anerkenne.
Mit der Auferstehung von Jesus Christus schenkst du uns diese Vergebung und einen neuen Anfang. Dafür danke ich.
Amen