start:
Nach einigen technischen Problemen geht es weiter.
Auch in Corona Zeiten werden Kinder geboren. Nun melden die Zeitungen, dass viele Mütter ihre Kinder lieber zuhause bekommen, denn im Krankenhaus sind keine Besuche gestattet. Das Problem dabei ist, es fehlen oft Hebammen, die eine Hausgeburt durchführen können.
Eine Geburt ist ein einschneidendes, im Rückblick meist großartiges Ereignis im Leben der Mutter und das darf ich sagen als bei der Geburt unserer Tochter anwesender Vater, auch im Leben des Vaters.
In einer christlichen Perspektive ist jedes Kind, das geboren wird, ein Geschenk Gottes, das reicht weit über den biologischen Vorgang hinaus. Jedes neugeborene Kind ist von Gott geschenkt und geliebt. Jedes Kind trägt Gottes Ebenbild in sich.
Übertragen spricht die Bibel immer wieder davon, dass jeder Mensch neugeboren werden muss, um Gott zu finden und sein Lebensziel zu verwirklichen. So z.B. zu Anfang des 1. Petrusbriefes: „Gelobt sei Gott … der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ Hier wird die Neugeburt direkt mit der Auferstehung von Jesus Christus verbunden, denn auch die Auferstehung war solch eine Geburt in ein neues Leben.“ Jesus selbst hat gesagt. „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Johannes 3,3). Dass dies nicht einfach eine normale Geburt ist, sondern eine Neugeburt aus Gottes Geist in unserem Geist und unserer Seele, das erläutert er so: „Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.“
Daran knüpft Meister Eckart an, wenn er immer wieder von der „Gottesgeburt“ in der Seele spricht, z.B. in seiner Predigt zu Lukas 10,38: „Ich habe euch schon oft gesagt, dass in der Seele eine Kraft ist … die fließt aus dem Geist und bleibt im Geist und ist durch und durch geistig. In dieser Kraft lebt Gott und grünt und blüht dort voller Freude und in ganzer Pracht, so wie er bei sich selbst ist. Die Freude ist dort so herzlich und so unbegreiflich groß, dass niemand sie erschöpfend schildern kann. Denn unaufhörlich gebiert der Vater seinen ewigen Sohn in diese Kraft, so dass diese Kraft selbst den Sohn des Vaters, beziehungswiese aus der einzigen Kraft des Vaters sich selbst als denselben Sohn mitgebiert.“
Wir werden in den nächsten Tagen mehr darüber nachdenken, was das bedeutet. Klar ist, Meister Eckart spricht hier einerseits von etwas Außergewöhnlichen, andrerseits ist es wie jede Geburt ein Geschenk Gottes, das in jedem Menschen passieren kann. Jeder Mensch kann diese (Neu)Geburt in sich erfahren.

Ich finde wieder einen Platz, wo ich ungestört und ohne Ablenkungen sitzen kann. Vielleicht möchte ich ein Vaterunser sprechen und betone besonders: Dein Reich komme, dein Wille geschehe.
Ich setze mich hin und schließe die Augen ganz oder halb.
Heute kann ich das Bild der Geburt als Bild für die Geburt der Kraft Gottes in mir meditieren. Etwa so: Was passiert in einer Geburt? Zuerst die Schwangerschaft, das Wachsen des Kindes im Bauch, die beginnende Kommunikation zwischen Mutter und Kind. Dann kündigt sich die Geburt and und das Kind wird geboren, unter Schmerzen ja, aber die sind bald vergessen, dank der Natur und Medizin. Ich halte das neugeborene Kind im Arm, es ist ein Teil von mir. Es ist in mir und von mir geboren. Kann ich das als Bild dafür nehmen, wie die „grünende und blühende“ Kraft Gottes in mir geboren wird und in mir und aus mir neues Leben schenkt?
Wenn ich möchte, kann ich auch meinen Atem mit einem Wort verbinden.
Beim Ausatmen sage ich innerlich: *Christus*
Beim Einatmen sage ich innerlich: *in mir geboren*