Für viele Senioren, die in Pflege- oder Altersheimen leben, brachte die Corona Zeit besondere Zumutungen, da die Besuche von Familienangehörigen verboten wurden oder nur sehr eingeschränkt möglich waren. Diese Besuche sind so wichtig, nicht weil die Pflegekräfte keine Zeit für Gespräche haben, sondern weil die Kinder, Enkel oder Geschwister ihre Lebensgeschichte, ihr Zuhause sind. Deshalb wünschen sich auch viele der alten Menschen, noch einmal nach Hause zu kommen oder zuhause zu sterben. Damit ist nicht unbedingt das Haus gemeint, in dem sie früher gelebt haben, sondern die eigene Familie, das Elternhaus, sei es der Ort, an dem man Kind war, oder an dem man Mutter oder Vater war. Dort sind die Wurzeln und der Stamm des eigenen Lebens, dorthin möchte man zurück und dort möchte man seine letzte Ruhe finden.
Jesus kennt diese Sehnsucht nach einem Zuhause gut. Er weiss auch, dass wir im Leben oft unbehaust und heimatlos sind: „Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.“ (Matthäus 8,20). Deshalb suchen wir eigentlich, wenn wir ein Zuhause suchen, das Haus bei unserem himmlischen Vater. So sagt Jesus (Johannes 14,2-3): „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin.“
Meister Eckart kommentiert: „Wer da in Gott wohnt, der hat gute Wohnung bezogen und ist ein Erbe Gottes, und in wem Gott wohnt, der hat würdige Hausgenossen bei sich.“

Ich finde wieder einen Platz, wo ich ungestört und ohne Ablenkungen sitzen kann.
Ich überlege mir, wo ich mich einmal richtig zu Hause gefühlt habe. Was hat dieses Zuhausesein ausgemacht? Welche Gefühle hatte ich dabei? Wenn es bei mir selber so etwas nicht gab, dann denke ich an eine andere Person, die ich kenne: Was ist ihr Zuhause? Warum fühlt sie sich dort wohl?
Ich stelle mir dann vor, welches Zuhause mir Gott mit den Worten Jesu aus dem Johannes Evangelium anbietet.
Ich meditiere das einige Zeit.
Immer wieder kehre ich mit meiner Aufmerksamkeit zu meinem Atem zurück.
Wenn ich möchte, kann ich meinen Atem mit einem Wort verbinden: Du lädst mich ein nach Hause, Gott.
Ich bleibe im Sitzen, so lange ich möchte. Dann verabschiede ich mich von der Meditation, kehre gelassen zu meinem Alltag zurück.
M.P.