Die Verwandlung in einen neuen Menschen ist das Herz des Christentums. Damit dies nicht eine Utopie bleibt wie in vielen Weltanschauungen des 19. und 20. Jahrhunderts, müssen wir uns an dem biblischen Bild der Verwandlung orientieren. Die Auferstehung von Jesus Christi, seine Heimkehr zum Vater im Himmel, an die gestern zu Himmelfahrt gedacht wurde, seine Verklärung am Berg Tabor, sie alle geben uns ein Bild von der Verwandlung, die uns allen verheißen ist. Der Apostel Paulus beschreibt im 2. Korintherbrief 3,18 diese Verwandlung: „Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden *verwandelt* nach demselben Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist.“
Wir werden verwandelt, es geschieht durch die Schau der Herrlichkeit, der Doxa des Herrn. Diese Herrlichkeit wird auch als ein überirdisches Licht beschrieben, millionenfach stärker als die Sonne, die das Leben auf der Erde erhält. Sie ist eine Verwandlung durch den Geist, der Kraft Gottes, die Leben schafft und die Jesus Christus aus dem Tod auferweckt hat. Zurückgekehrt zum himmlischen Vater ist Jesus nicht mit einem Körper aus Fleisch und Blut, Knochen und Gewebe, sondern mit einem Geistkörper, einer Art Lichtmaterie.
Meister Eckart beschreibt das in einem Bild vom Feuer, das in einem Kamin Holz verbrennt: Wenn das Feuer seine Wirkung tut und das Holz entzündet und in Brand setzt, so macht das Feuer das Holz ganz fein und ihm selbst ungleich und benimmt ihm Feste, Kälte, Schwere und macht das Holz sich selbst, dem Feuer, mehr und mehr gleich; jedoch beruhigt, beschwichtigt noch begnügt sich je weder Feuer noch Holz bei keiner Wärme, Hitze, oder Gleichheit, bis dass das Feuer sich selbst in Holz gebiert und ihm seine eigene Natur übermittelt, so dass es alles ein Feuer ist, beiden gleich eigen, unterschiedslos. Und deshalb gibt es, bis es dahin kommt, immer ein Rauchen, Prasseln, Mühen und Streiten zwischen Feuer und Holz. Wenn alle Ungleichheit weggenommen und abgelegt ist, so wird das Feuer still und schweigt das Holz.
Verwandlung geht also so weit wie sich das Feuer in das Holz verwandelt und das Holz in das Feuer und beide in der brennenden Flamme eins werden bis sie still sind und keine Feuer mehr und kein Holz mehr da sind. Das ist natürlich eine mystische Erfahrung, die nur wenige erfahren, die Einheit und Unterschiedslosigkeit von Gott und Mensch. Doch die Verwandlung in das Bild des Gottessohnes Jesus Christus können wir alle erfahren.

Ich finde wieder einen Platz, wo ich ungestört und ohne Ablenkungen sitzen kann.
Ich denke an eine positive Situation in meinem Leben oder bei einem anderen Menschen, in der eine Verwandlung stattfand, so dass ich oder dieser andere Mensch das Bild von etwas anderem annahmen.
Ich kann diese Betrachtung mit einem Gebet abschließen: Gott, ich danke dir für die Verwandlung, die ich (oder xy) erfahren habe. Bitt schenke mir wieder diese Kraft der Verwandlung in das Bild von Jesus Christus, deinen Sohn, damit ich seine Herrlichkeit sehe und in sie verwandelt werde. Amen
Wenn ich möchte, kann ich das auch mit dem Atem verbinden und beim Ausatmen sagen: Vater
Und beim Einatmen: Verwandle mich!
Ich bleibe im Sitzen, so lange ich möchte. Dann verabschiede ich mich von der Meditation und kehre gelassener in meinen Alltag zurück.
M.P.