Ein gemeinsames Merkmal der Begegnung mit dem Auferstandenen wie auch der Gottesgeburt in der Seele, von der Meister Eckart spricht, ist die Freude. Diese Freude ist nicht abhängig von Glücksgefühlen oder Freudegefühlen überhaupt. Sie ist ein tiefes inneres Erfülltsein, das sich in allem findet, was passiert, seien es traurige oder schöne Augenblicke. Schließlich bedeutete die Begegnung mit dem Auferstandenen auch, dass er nun auf dem Weg zurück zu Gott war und nicht mehr leibhaftig unter uns. Ein Choral aus dem Gesangbuch (EG 398) gibt das schön wieder: „In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ. Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist. Hilfest von Schanden, rettest von Banden. Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben. Halleluja. Zu deiner Güte steht unser G’müte, an dir wir kleben im Tod und Leben; nichts kann uns scheiden, Halleluja.“
Meister Eckart sagt: „Ich sage aber noch mehr, diese Freude ist euch nahe und ist in euch! Es ist keiner von euch so grobsinnig noch so klein an Fassungskraft noch so weit davon entfernt, dass er diese Freude nicht so, wie sie wahrheitsgemäß ist, in sich finden könnte.“
Finde wieder einen Ort und Platz, wo du ungestört und ohne Ablenkungen sitzen kann. Wenn du willst, kannst du ein Vaterunser sprechen. Das für heute passende Bibelwort steht bei Lukas 24,41. „Da sie es aber noch nicht glauben konnten vor Freude und sich verwunderten.“ Das heißt, erst kommt die Freude, noch lange vor dem Begreifen. Die Freude geht einher mit Verwunderung über das Wunder (der Auferstehung, der Gegenwart Christi in der Seele).
Ich schließe für eine Zeit die Augen.
Ich erinnere mich an eine große Freude in meinem Leben. Doch ich halte nicht daran fest. Ich lasse meine Gedanken und Bilder vorbeiziehen. Immer wieder lenke ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem. Beim Ausatmen werde ich leer und empfangsbereit. Beim Einatmen nehme ich das Leben in mich auf.
Nun wollen wir wieder unseren Atem mit einem Wort verbinden.
Beim Ausatmen sagen wir innerlich: *In Dir *
Beim Einatmen sagen wir innerlich: *Ist Freude.*
Das probieren wir so lange wir wollen.
Wir können schließen mit einem Gebet: Jesus Christus, schenke mir und allen Menschen die Kraft deiner Auferstehung. Amen.
Vielleicht möchte ich nach der Meditation einige Gedanken festhalten. Wie war es? Was war schwer, was leicht? Was sind Hindernisse, was mag ich daran?
Michael Press