Viele Studenten machen die Erfahrung, dass Sie mit den Einschränkungen, die Corona mit sich bringt, und der Umstellung auf digitale Lehre erstaunlich gut zurechtkommen. Einige blühen richtig auf. Für sie ist die digitale Lehre positiv in Richtung auf Selbstbestimmung, individuelles Lernen, weniger Konkurrenz und Ablenkung. Andere dagegen haben Schwierigkeiten, sich selber zu organisieren, ihren Tagesablauf zu regeln und das Fehlen sozialer Kontakte bedeutet auch ein Fehlen von Motivation für das tägliche Studieren. Um damit umzugehen, helfen digitale Lern- oder Coaching-Gruppen Manche Studenten verabreden sich auch auf Skype oder WhatsApp zum Lernen, schalten auf stumm und lernen einfach besser, wenn sie sehen, die anderen lernen auch. Andere ziehen es vor, mit dem Schicksal zu hadern und unglücklich zu sein. Es erleichtert, dass alle in der gleichen Situation sind, aber nicht alle gehen gleich mit der Situation um.
In der Meditation können wir lernen, mit widrigen Umständen gelassener und besser fertig zu werden. Dabei hilft sehr das Vertrauen darauf, dass Gott uns auch durch die Schwierigkeiten, die Umwege und scheinbaren Irreführungen auf unserem Lebensweg hilft. Er hilft uns, indem er uns in den Schwierigkeiten neue Wege zeigt, und ermutigt diese zu gehen.
Der mittelalterliche christliche Weise Meister Eckart sagt dazu: Ein Mensch geht einen Weg und tut ein Werk und dabei widerfährt ihm ein Schaden. … Will er dann beständig denken: Wärst du doch einen anderen Weg gezogen oder hättest ein anderes Werk getan, so wäre dir das nicht widerfahren – dann bliebe er ungetröstet…. Deshalb soll er denken: Wärst du einen anderen Weg gegangen oder hättest ein anderes Werk getan, so wäre dir vielleicht ein viel größerer Schaden und Kummer widerfahren.
Und an anderer Stelle: Die Menschen, die sich Gott überlassen und mit allem Fleiß nur seinen Willen suchen, was immer Gott einem solchen Menschen gibt, das ist das Beste, was ihm passieren kann. So sagt auch das Neue Testament (Brief an die Epheser 5,20): „Singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“
Mit dieser Haltung kann ich besser mit den Schwierigkeiten und Hindernissen umgehen, die Corona gerade in meinen Lebensweg wirft.

Ich finde wieder einen Platz, wo ich ungestört und ohne Ablenkungen sitzen kann. Vielleicht möchte ich ein Vaterunser sprechen. Ich setze mich hin und schließe die Augen ganz oder halb.

Ich kann an Ereignisse in meinem Leben denken, wo Schwierigkeiten mir im Weg standen und einen neuen Weg eröffnet haben.
Immer wieder lenke ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem. Beim Ausatmen werde ich leer und empfangsbereit. Beim Einatmen nehme ich das Leben in mich auf.

Wenn ich möchte, kann ich mein Atmen an einen Gebetssatz binden: Beim Einatmen sage ich: Danke. Beim Ausatmen sage ich innerlich: für deine Führung, Gott.

Ich bleibe im Sitzen, so lange ich möchte. Dann verabschiede ich mich von der Meditation und kehre gelassener in meinen Alltag zurück.
M.P.