Schon mehrmals war vom Heiligen Geist als der Kraft der Verwandlung und der Auferstehung die Rede. Viele christliche Theologen und Mystiker haben von der Liebe so gesprochen, dass sie sich in allem, was wir lieben, eigentlich auf Gott richtet und damit auf die Liebe Gottes antwortet. „Was der Mensch liebt, das wird er in der Liebe.“ Dieses Wort Augustins trifft auf die Liebe zu anderen Menschen genauso zu wie auf die Liebe zu Gott.
Wenn der Heilige Geist die Kraft der Liebe Gottes zu uns ist, dann erweckt er unsere Liebe zu Gott. Darin werden wir verwandelt.
Meister Eckart sagt: „Die Kraft des Heiligen Geistes nimmt das Beste und Feinste und das Höchste, das ist das Fünklein der Seele, und trägt es ganz empor im Brande, in der Liebe, wie ich nun vom Baume sage: Die Kraft der Sonne nimmt in der Wurzel des Baumes das Beste und das Feinste und zieht es ganz hinauf bis in den Zweig, dort wird es zur Blüte. Ganz so wird das Fünklein in der Seele emporgetragen in dem Heiligen Geiste und wird so ganz eins mit Gott. … Wo der Sohn offenbar wird in der Seele, da wird auch die Liebe des Heiligen Geistes offenbar. … Es ist das Wesen des Heiligen Geistes, dass ich in ihm verbrannt und in ihm völlig eingeschmolzen und gänzlich Liebe werde.“

Viele Künstler haben versucht, dieses unsichtbare Wirken des Geistes zu veranschaulichen. Meist haben sie dabei auf die Pfingstgeschichte zurückgegriffen. Dort wird erzählt, wie ein Sturmbrausen den Raum erfüllte und Zungen von Feuer auf Maria und auf die Jünger herab kamen. Das Bild in dieser Mediation versucht das in der Reaktion Marias und der Jünger wieder zu geben.

Ich finde wieder einen Platz, wo ich ungestört und ohne Ablenkungen sitzen kann. Vielleicht möchte ich ein Vaterunser sprechen. Ich schließe für eine Zeit die Augen. Lege alle Ablenkungen weg.
Ich spüre in mich hinein. Spüre ich das Seelenfünklein, von dem Meister Eckart spricht? Was immer da ist in meinem Innersten, ich halte es Gott hin, dass er es mit seiner Liebe entfacht und durchglüht.
Immer wieder lenke ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem. Ein-aus. Ich versuche nicht, die Atmung zu lenken, nehme sie nur wahr. Beim Ausatmen werde ich leer und empfangsbereit. Beim Einatmen nehme ich das Leben in mich auf.
Du kannst wieder die Verbindung von einem Wort mit dem Atem üben. Beim Ausatmen sagen wir innerlich: *Durchglühe mich* Beim Einatmen sagen wir innerlich: *mit deiner Liebe* Das probieren wir so lange wir wollen. Vielleicht möchte ich nach der Meditation einige Gedanken festhalten. Wie war es? Was war schwer, was leicht? Was sind Hindernisse, was mag ich daran? MP