Vor Corona war der Klimawandel das wichtigste Zukunftsthema – und er wird es nach Corona wieder sein. Wie steht es um die CO² Steuern? Und was ist von dem Wahlausgang in der USA für die Klimapolitik zu erwarten?
Vor einigen Tagen war Prof. Dr. Edenhofer zu Gast im Hochschulforum und im Uni-Dialog. Er ist einer der wichtigsten Politikberater und Ökonomen, die Wege berechnen und zeigen, um das Ziel einer Erwärmung von weniger als 2 Grad im Klima zu erreichen und damit katastrophale Verhältnisse zu vermeiden. Entgegen vielen Pessimisten, die das Klimathema durch Corona verdrängt sehen, bietet für Prof. Edenhofer die gegenwärtige Situation eine einmalige Chance, doch noch zu einer weltweiten deutlichen Verminderung der CO² Emissionen zu gelangen. Er setzt seine Zuversicht dabei vor allem auf den Green Deal der EU, der nun alle Ausgaben und Subventionen der EU in Richtung auf Klimaschutz umsteuern soll und auf die kommende Präsidentschaft von Joe Biden, der versprochen hat, gleich zu Beginn seiner Amtszeit die USA in das Pariser Abkommen zurückzuführen und dem Umweltbundesamt erhebliche Macht einzuräumen, strikte CO² Beschränkungen durchzusetzen. Für den Ökonomen Edenhofer ist eine angemessene Steuer oder Abgabe auf CO² Emissionen das beste Mittel, um Industrie, Energieerzeuger, Verkehr, Wohnungsbau und schließlich auch die Landwirtschaft („das dickste Brett“) dazu zu bringen, auf fossile Energien weitestgehend zu verzichten. Es gibt keinen anderen Weg, das zu erreichen. Dafür braucht es genaue Vorgaben wie im Green Deal der EU: bis 2050 muss die CO² Emission weltweit auf null oder neutral reduziert werden und eine dementsprechend steigende Abgabe auf CO² Emissionen, welche die Umstellung auf erneuerbare Energien, Energieeinsparungen und klimafreundliche Technologien voranbringt. Dazu gehört auch, dass die immer noch hohen Subventionen auf den Verbrauch fossiler Energien eingestellt werden. Durch die steigenden Einnahmen aus der CO² Abgabe muss nicht nur innerhalb der Länder ein sozialer Ausgleich hergestellt werden, es soll vor allem auch der Aufbau erneuerbarer Energiesysteme in den armen Ländern finanziert werden. Für den ganzen Vortrag, der Hoffnung macht, gerade weil er in der Sprache der Ökonomie und Politik nach vorne schaut, siehe den folgenden Blogeintrag.