„In der Angst rief ich den Herrn an, und der Herr erhörte mich und tröstete mich.“ Pandemie Zeiten sind Angst Zeiten. Dagegen gibt es ein kräftiges Mutwort von Luther: Zuerst einmal heißt Angst unsere Wohnung auf Erden. So viel Ängste gibt es in uns, manchmal offen, manchmal unterirdisch. Was aber unterscheidet den, der an Gott glaubt vom Nicht-Glaubenden in der Angst? Nach Luther läuft der Nicht-Glaubende hin- und her, wenn er an etwas leidet. Er fragt, warum ich? Warum nicht andere? Oder er ersäuft in Zweifel und Traurigkeit. Er fühlt sich von allem guten Schicksal verlassen und verzagt. Der Glaubende dagegen sieht durch die finsteren Wolken die Sonne und lässt sich durch das Leiden nicht abschrecken, an Gottes Güte festzuhalten. Er ist wie ein Falke, der sich in die Höhe schwingt über die dunklen Wolken. Er glaubt, dass Gott solche Not nicht zum Verderben schickt. Gott will durch die Not den Menschen dazu bringen, sich mit Gebet ihm zuzuwenden. Wir können Gott nicht im Frieden kennenlernen, sondern nur in Anfechtung, sonst würden wir immer bei einem Wunschgott bleiben und den wahren Gott nie kennenlernen.
Wir müssen Gott anrufen, sonst werden wir ihn nicht kennen lernen. Wenn wir sitzen bleiben wollen, den Kopf hängen lassen, darüber nachdenken, wie übel es uns gehe etc., dann sollen wir uns ermahnen: „Wohlan, du fauler Schelm, auf die Knie gefallen, die Hände und Augen zum Himmel gehoben, ein Vaterunser gebetet und deine Not vor Gott geklagt.“ Dann wird uns Hilfe.
Gott will angerufen werden in der Not. Er will dir deine Not abnehmen, sie auf sich selber nehmen. Du sollst sie nicht selber herumschleppen, sondern nicht zweifeln, dass Gott sie tragen wird. Er will, dass du merkst, du bist zu schwach, sie zu tragen, damit du in Gott stark werden lernst. „Der Herr erhörte mich und tröstete mich“ und „Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun?“, heißt es im Psalm.
Das sind nach Luther die Freudensprünge des Glaubenden, denn sein Gebet ist erhört. Obgleich die Not noch da ist, so hat er doch einen gewaltigen, starken Beschützer, der es mir leicht macht, meine Last zu tragen. Der Heilige Geist macht den Trost, das Wort Gottes, lebendig im Herzen.
So sollen wir nach Luther mit der Not oder dem Leid sprechen: „Lieber Butzemann, friss mich nicht, du siehst, wahrlich scheußlich genug aus für den, der sich vor dir fürchten wollte. Aber ich habe einen andern Anblick, der ist desto lieblicher, der leuchtet mir die die liebe Sonne, bis ins ewige Leben hinein, dass ich dich kleines finsteres Wölklein nicht achte.“