Kämpfen für Frauenrechte

Als die Frauen der Sabah Women Action Group in den 1980er Jahren anfingen, wurden sie noch böse beschimpft, weil Frauen sich dem Mann zu fügen hatten und keine Kritik an der Männer-dominierten Gesellschaft haben sollten.

Inzwischen hat sich viel geändert. Zu Anfang ging der Kampf um die Rechte der Frauen. Der Erfolg waren Gesetze gegen häusliche Gewalt, Missbrauch an Kindern und Vergewaltigung. Ein Hilfstelefon und Frauenhäuser wurden eingerichtet. Doch noch immer gibt es viele traurige Fälle von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Nur ca. 3% der Vergewaltigungsfälle, die vor Gericht landen, enden mit einer Verurteilung der Täter. Die meisten Täter können sich der Strafe entziehen, wenn sie überhaupt angezeigt werden und es Beweise gibt, indem sie das vergewaltigte Mädchen heiraten. Das geht im Dorf durch die traditionellen Rechte des Dorfchefs und islamische Männer können mehrere Frauen haben.

Vor 2 Jahren wurden sechs Dörfer in Sabah untersucht; in einem waren es 100% der Frauen und Mädchen, die von Gewalt gegen sie berichteten. In entlegeneren Gegenden bleiben viele Mädchen nach der sechsjährigen Grundschule zu Hause, während die Jungen auf das Internat in der Stadt geschickt werden. Mit 14 Jahren wird Ihnen durch Übereinkunft der Eltern eine Verlobte zugesprochen. Diese Mädchen werden dann oft mit 14 oder 15 Jahren schwanger. Wenn der Junge nun aber Karriere macht in der Stadt, dann vergißt er die Frau im Dorf und heiratet eine gleichrangige Frau aus der Stadt. So muss sich die Frau mit den Kindern allein durchschlagen. Deshalb bleiben 40% der Einwohner Sabahs, darunter vor allem die Frauen auf dem Land, in der Armutsfalle.

Auch wenn die Situation der jungen Menschen in der Stadt anders aussieht, fragt man und Frau sich, warum sich so wenig ändert? Die nach Ansicht der SAWO Leiterin am meisten angeführte Entschuldigung ist die kulturelle und religiöse Sitte, die Adat oder die Sharia bei Moslems. Warum heißen die Einheimischen Bumiputra, die Söhne des Landes? Dabei gibt es von Stamm zu Stamm durchaus Unterschiede. Doch die Kultur dient auch zur Entschuldigung und Ausflucht für Machtfragen. Das patriarchale Verhalten kann nur durch ein neues Bewusstsein von Männern und Frauen und durch Respekt füreinander überwunden werden. Das ist jetzt die Hauptarbeit von SAWO, Trainerinnen auszubilden, die in die Dörfer gehen und dort mit Männern und Frauen über ihre Beziehung und ihre Rollen reden. Die Kirchen helfen hier sehr. Insgesamt gibt es dafür aber noch zu wenig Geld.