Heute zum Tag der Auferstehung von Jesus Christus passen diese Worte des 118. Psalms:
*Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen.*
*Der Herr züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.*
*Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke.*
*Das ist das Tor des Herrn; die Gerechten werden dort einziehen.*
*Ich danke dir, dass du mich erhört hast (demütigst) und hast mir geholfen.*
Dazu Luthers Auslegung im Schönen Confitemini: In Not, Krankheit und Tod werden wir nach Luther besonders angefochten: Haben wir das Leben gelebt, das wir sollten, oder haben wir dieses einmalige Leben vergeudet? Das sind die Fragen, die sich nach Luther unser Gewissen und der Widersacher stellt. Jetzt ist keine Zeit, Gutes zu tun, also bläst der Widersacher unsere Fehler und Sünden, unser verfehltes Leben auf. Wenn du dagegen deine guten Taten hältst, so findet er ein Haar daran und dreht sie dir so lange, bis du sie nur noch schlecht findest. Doch die Hauptsünde, deinen Unglauben, Gott nicht mit ganzem Herzen zu lieben und zu vertrauen, darum kümmern sich zu Lebzeiten Wenige und beim Sterben ist es zu spät.
Was hilft in dieser Anfechtung?
Die Heiligen „entäußern sich ganz alles Eigenen und halten sich an die Hand Gottes und sprechen: ‚Ich muss nicht sterben. Du lügst, ich werde leben. … Ich weiß nichts von meinen und anderen Menschenwerken. Sondern von des Herren Werke will ich reden, auf die verlasse ich mich.“ In Johannes 11,25 sagt Jesus: „Wer an mich glaubt, wird leben, ob er auch stürbe.“
Da poltern die Mächte los und sagen: „Was heißt denn das: Leben und Auferstehen, wenn du stirbst, getötet, verdammt und verjagt wirst? Wo ist da dein Gott? Soll er dir doch helfen!“
So wollen sie mich mürbe machen und weichklopfen, bis mein Ansehen, und unser Wissen und Tun ganz tot sein werden.
Der Glaubende antwortet: „Ich weiß wohl, es tut weh, aber er ist ein liebender Vater und es hilft mir zum Leben. Ich weiß, dass er mich nicht dem Verderben und Tod übergibt. Ja, Gott kann mich züchtigen, aber er wird mich nicht töten. Denn der alte Mensch muss abnehmen, aber der neue wird zunehmen.“
So stimmt der Glaubende ein Loblied an: Du wunderbarer Gott, der du so wunderbar und freundlich regierst. Du erhöhst uns, wenn du uns erniedrigst; du machst und gerecht, wenn du uns zu Sündern machst. Du führst uns in den Himmel, wenn du uns in die Hölle stößt; du gibst und den Sieg, wenn du uns unterliegen lässt; du tröstest uns, wenn du uns trauern lässt; du machst uns fröhlich, wenn du uns heulen lässt; du machst uns stark, wenn wir leiden; du machst uns weise, wenn du uns zu Narren machst; du machst uns reich, wenn du uns Armut schickst; und viele solche Wunder mehr, die alle in dem Vers des paradoxen Danks stecken. Denn das ist das wunderbare Regiment Gottes, das er an Jesus Christus gezeigt hat.
Christ ist erstanden, des wollen wir alle fröhlich sein. Halleluja!