Mission ist für die meisten Deutschen, Christen und Nichtchristen, ein negativ besetzter Begriff. Hier in Südostasien, aber auch in Ostasien ist es ein ganz und gar positiver Begriff. Jeder Christ will ein Missionar sein, was nichts anderes heisst, als die Botschaft von der Liebe Gottes, die er uns in Jesus Christus gezeigt hat, weiter zu erzählen. Im Asia Centre for Mission am Theologischen Seminar in Sabah hörten wir von dem Wachsen der Kirchen in Asien. Vor allem in China wachsen die Kirchen schnell, trotz aller Einschränkungen von Regierungsseite. Nach Schätzungen gibt es ca. 80 Millionen Christen in China, die offiziellen Zahlen sind geringer. Die großen Kirchen, die bis zu 7000 Menschen zu einem Gottesdienst versammeln – und am Sonntag gibt es drei oder vier Gottesienste – sind voll, ebenso wie die kleinen Hauskirchen.

Warum wächst das Christentum in China und in vielen anderen Teilen Asiens, während es für viele Europäer nicht attraktiv erscheint? Darüber kann man lange diskutieren, Tatsache ist, dass nach vielen Jahren kommunistischer Regierung die Religionen, nicht nur das Christentum, blühen und wachsen.

Mission bedeutet heute nicht mehr nur, andere zum eigenen Glauben zu bekehren, auch wenn das immer wieder passiert. Mission heißt, Zeugnis zu geben von der befreienden Kraft des Glaubens, durch Wort und Tat, auch durch praktische Nächstenliebe zum Beispiel in der Sorge für Gefangene und deren Familien, wie wir in der Predigt eines Gefängnispfarrers in Malaysia hörten. Über 1000 Gefangene in Malaysia sind zur Zeit in den Gefännissen mit einem Todesurteil bekommen – auch das eine traurige Realität mit der sich Christen auseinander setzen müssen. Die Todesstrafe wird von den allermeisten Christen abgelehnt und sie setzen sich für eine Strafreform ein, welche dem Ideal der Versöhnung folgt, statt der Abschreckung und der Todesstrafe.

Ein Beispiel von Mission als Zeugnis in einer anderen Kultur mit den Geschichten und Symbolen dieser Kultur ist das Bild des Schöpfergottes von dem balinesischen christlichen Künstler Nioman Darsane:

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Gott kann nicht abgebildet werden. Deshalb benutzt der Künstler die Figuren des Schattenspiels, des Wayangs. Mit diesem Schatten Gottes kann er zeigen, was die Schöpfung ausmacht. Der leere Kreis ist das Universum, in dem Gott immer neu Leben hervorbringt. Die bieden vorderen Finger, Daumen und Zeigefinger, zeigen die Weisheit und Kraft des Schöpfers. Die drei hinteren Finger die Erkenntnis (Rationalität), Wahrheit und Schönheit, die er als Gottes Eigenschaften der Schöpfung mitgibt.