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Palmöl
ist in sehr vielen Nahrungsmitteln und Kosmetika enthalten. Die Herstellung von
Palmöl und damit auch der Konsum sind umstritten, weil für das Anlegen einer
Palmölplantage oft Regenwald abgeholzt wird, oder die Plantage auf Torfböden
angelegt wird, was Mengen an CO² freisetzt. Es gibt darüber viele Informationen
im Internet, z.B. hier

https://www.forumpalmoel.org/de/ueber-palmoel/herausforderungen-im-palmoelanbau.html

oder
hier:

https://www.suedwind-institut.de/index.php/de/weitere-themen.html

 

Singapur
oder Kuala Lumpur liegen oft wochenlang unter der Rußglocke indonesischer
Waldbrände, vor allem auf Sumatra und Borneo, wo durch das Abbrennen des Waldes
Platz gemacht wird für Palmölplantagen. So etwas passiert in Malaysia nicht,
doch auch dort wird weiter Wald in Palmölplantagen verwandelt. Palmöl ist einer
der wichtigsten Wirtschaftszweige und Malaysia einer der größten Produzenten.

 

Es ist
jedoch ein Unterschied, ob eine Firma große Plantagen anlegt, oder ob
Kleinbauern Palmöl auf ihrem Familienland anbauen. Solche eine Plantage
besuchten wir, auf der der Besitzer vor 10 Jahren auf 20 Hektar von Reis
und Maniokanbau auf Palmöl umgestiegen ist. Auf einem Hektar stehen 55 Bäume
und jeder Baum kann bis zu zweimal im Monat geerntet werden. Nach 3 Jahren kann
erstmals geerntet werden und 22 Jahre lang trägt der Baum Früchte. Die negative
Seite ist der hohe Einsatz von Pflanzengiften und chemischen Düngern, alle 3
Monate muss der Boden mit den Giften bearbeitet werden.

Die Plantage hat 50
Acres oder 20 Hektar, ein Acre bringt bis zu 2 Tonnen Früchte im Monat, die zurzeit 1100 Ringit oder 230 Euro
wert sind. Bei 50 Acres der Farm beträgt der Ertrag also bis zu 11500 Euro pro Monat.
Keine andere Frucht bringt so viel Ertrag. Zur Ernte braucht es keine
Maschinen, sondern 4 indonesische Arbeiter schaffen alles. Die Früchte werden
dann zu Zwischenhändlern transportiert, die sie sammeln und an die weiterverarbeitenden
Fabriken bringen. Für den Farmer ist das also ein gutes Geschäft. Für die Natur
ist der Chemieeinsatz in der Monokultur dagegen nicht gut. Wie üblich werden
diese Kosten nicht in die Rechnung aufgenommen.    

 

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